Die Volksschule

Die Volksschule


Im Januar 1901 wurde eine zweite Lehrerstelle eingerichtet, weil die Anzahl der Kinder zunahm.  Die Planung
einer moderneren Schule

Den Auftrag dazu erhielt der Gemeindebaumeister Scheer aus Ehrenbreitstein. Die AusfĂĽhrung ĂĽbernahm der Maurermeister Sauer aus Immendorf.
Die Baukosten betrugen insgesamt 74.000,- DM.   
Der Neubau befindet sich, nicht wie die alte Schule, neben dem Pfarrhaus, in der KirchstraĂźe, ab 1970 wurde sie Immendorfer StraĂźe genannt, sondern nun in der SchulstraĂźe; die StraĂźe wurde ab 1970 Urbarer StraĂźe genannt.

Im Jahre 1904 war die Fertigstellung des neuen Schulgebäudes. Es bestand aus zwei Klassenräumen im Erdgeschoß und zwei Lehrerwohnungen im Obergeschoß.
Das alte Schulgebäude wurde von Herrn Hans Löhner gekauft und in ein Gasthaus umgewandelt.

Durch die ansteigende Zahl der Schüler im Jahre 1914, wurden die 138 Kinder zu drei Klassen gebildet. Da aber nur zwei Klassenräume vorhanden waren, wurde eine Lehrerwohnung des Obergeschosses zu einem Klassenzimmer umgebaut.

Im Zweiten Weltkrieg 1939 - 1945, wurde das Schulgebäude 1944 von der Wehrmacht beschlagnahmt. Eine Nachrichtenabteilung und etwas später eine Ersatz- und Ausbildungskompanie waren hier stationiert. 
Der Keller diente als Luftschutzraum und durfte auch von der Zivilbevölkerung benutzt werden.
Am 10. Dezember 1944 wurde das Schulgebäude durch einen Fliegerangriff teilweise zerstört. 18 Menschen wurden getötet. Zahlreiche Verletzte konnten aus den TrĂĽmmern geborgen werden. Trotz groĂźer Beschädigung, dienten die erhaltenen Räume in den folgenden Monaten zur Unterbringung einer Genesenden-Kompanie, fremdländischer Arbeiter und einer SS-Abteilung.  EinrĂĽckende Amerikaner, rĂĽckziehende französiche Arbeiter und eine Musikabteilung der französischen Soldaten, nutzten diese Räume als Unterkunft.

Mitten im Krieg so um 1942/43 ging in einem Laden ein Zettel rund, auf dem ein “deutsches Tischgebet” zu lesen war:


“Komm, Adolf Hitler, sei unser Gast,
und gib uns die Hälfte von dem, was Du hast;
aber nicht Eintopf oder Hering, sondern was Du iĂźt und Göring. 
Du nahmst uns die Butter, Du nahmst uns das Fett, 
selbst die billige Margarine nahmst Du uns weg!
Volk ohne Butter, Vieh ohne Futter,
FĂĽhrer ohne Frau, zehn Metzger . . . . . eine Sau,
das nennt man deutschen Aufbau.
Feste feiern, Nonnen entschleiern,
Bomben immer netter, Minister immer fetter.
Hindenburg, Du edler Streiter, steig herab,
denn Dein Gefreiter kommt nicht weiter! Amen.”

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Mit Ende des Krieges, im Juni 1945, hielt der Hauptlehrer BĂĽttgen RĂĽckkehr.

Den Zustand der Schule beschrieb er in seiner Chronik:


“Der Schaden des Bombentreffers war der geringste, was aber reine Zerstörungswut sowohl der Einquartierten als auch der einheimischen Jugend sich geleistet, spottet jeder Beschreibung. Fast sämtliche Fensterscheiben des Gebäudes waren zertrümmert, Türfüllungen eingetreten, Schlösser herausgerissen und Lampen entzweigeschlagen. Was in den Zimmern, Klassensälen, im Treppenhaus und auf dem Speicher an Schmutz und Unrat lag, mußte auf zwölf Pferdekarren weggefahren werden. Traurig war aber auch, daß niemand in den letzten kritischen Kriegsmonaten etwas aus der Schule in Sicherheit gebracht hatte.”

  • Am 2. Oktober 1945 wurde der Unterricht wieder aufgenommen.
    Durch Eigeninitiative des Lehrers Büttgen, der selbst Hand anlegte, und die Hilfe des Bauunternehmers König aus Arenberg, gelangte es, das Gebäude wenigstens von außen abzudichten. Fensterscheiben fehlten noch, Brennmaterial wurde in den Wintermonaten nur sehr wenig geliefert, so daß die Kinder nur 1 bis 1½ Stunden im ungeheizten Saal ausharren konnten
    .
     
  • Im Jahre 1946 bildeten sich vier Klassen. Durch den Zuzug aus der zerstörten Stadt Koblenz, stieg die  Die jetzige Schule SchĂĽlerzahl  auf 192.

Wegen  fehlender Räumlichkeiten muĂźte Schichtunterricht stattfinden, vormittags und nachmittags. 1952 wurde ein Erweiterungsbau geplant. Das Lehrer-Wohnhaus mit sechs Wohnungen, neben der Schule, wurde in den Jahren 1954/55 errichtet. Die zweite Lehrerwohnung im Schulgebäude wurde zum vierten Klassensaal umgebaut. In der dritten Etage verblieben zwei Lehrerwohnungen, von den bis heute
eine Wohnung für den Hausmeister der Schule zur Verfügung steht. Doch auch diese Räumlichkeiten
reichten nicht aus.

  • Im Oktober 1958 bildeten sich fĂĽnf Klassen, da das städtische Kinderheim aus Köln, wegen Umbau, einige seiner Gruppen in das Arenberger Caritashaus schickte.
  • Im März 1959 kam es zur Einstellung einer fĂĽnften Lehrperson. Es konnte sogar ohne Schichtunterricht
    gearbeitet werden, da das Kinderheim für zwei Jahre einen Raum zur Verfügung stellte, worin die Anfänger des 1. Schuljahres unterrichtet wurden.

     
  • Im Oktober 1963 begannen die Bauarbeiten fĂĽr die Erweiterung. Nach vielen Schwierigkeiten, insbesondere Geländebeschaffung und Finanzierung, konnte nach 10jährigem Kampf, der Bau beginnen. Planung und Bauleitung ĂĽbernahm der Arenberger Architekt Walter Madlener, die DurchfĂĽhrung der Bauarbeiten die Baufirma Paul Schäfer.
  • Am 15. April 1964 wurde das Richtfest gefeiert.

Pressebericht der Rhein Zeitung:
Schulraumnot hat bald ein Ende Richtbaum über Erweiterungsbau Schwierigkeiten waren zu überwinden - Schuljugend gestaltet Richtfest freundlich-festlich war die Richtfeier für den Schulerweiterungsbau der Volksschule Arenberg gestaltet worden. Die Lehrerschaft hatte das Programm zusammen gestellt, und sein Form war so, daß auch die Schulkinder Anteil und Freude daran hatten. Das war gut und recht, denn sie sind es, die später in das Schulhaus einziehen. Auf dem Schulhof, neben dem neuen Trakt hatte man sich zu der bedeutsamen Stunde zusammen gefunden: Lehrerschaft, Bauleute und Schuljugend.

Mit Liedern, Sprerchchören und Gedichten, alle auf das festliche Ereignis zugeschnitten, gestalteten die Schulkinder
die Richtfeier. Die Freude ĂĽber der Erweiterungsbau kam darin zum Ausdruck. So hieĂź es in einem Gedicht:

“Dies Haus ist uns´re Stätte, dies Haus ist uns´re Welt. Hier soll es sich erweisen, wie uns die Welt gefällt!”

Originell war die Idee, den Richtbaum - eine mit bunten Bändern, Schulranzen, Büchern, Heften, Schwamm und Griffel lustig aufgeputze Tanne - von Schuljungen aus dem alten Schulhaus holen und den Bauhandwerkern übergeben zu lassen.

Als der Polier den Baumauf dem Dachfirst aufgestellt und nach altem Brauch ein Flasche Wein zerschmettert hatte, wandte er sich in seinem Richtspruch besonders an die Jugend:

“Dies Haus soll eine Schule werden, die Mauern stehen gut im Lot, der Mensch muß lernen hier auf Erden, gelerntes
ist das halbe Brot.”

BĂĽrgermeister Westerberg dankte, ebenfalls mit Reimen, allen am Bau Beteiligten fĂĽr ihre gut Arbeit. AnschlieĂźend
fand man sich zur Richtfeier im Park-Hotel zusammen. Eine schöne Bereicherung der gemütlichen Stunden bildete
die VorfĂĽhrung von Bunt-Dias, die das Voranschreiten des Schulerweiterungsbaus zeigten.

  • 1952 zum ersten Mal diskutiert
    AbschlieĂźend sei noch ein RĂĽckblick auf die - in diesem Fall darf man schon sagen - Geschichte des Arenberger
    Schulerweiterungsbaus gegeben. Viele Schwierigkeiten muĂźten ĂĽberwunden werden, ehe die 1952 zum ersten Male
    diskutierte Erweiterung realisiert werden konnte. Deshalb war die Freude ĂĽber das Richtfest, das den Termin der
    Vollendung und damit das Ende der Schulraumnot näher rücken läßt, besonders groß.

Nachfolgend einige Daten und Fakten.

Ăśber 200 Schulkinder

  • Seit zwölf Jahren steht das Problem der Schulerweiterung im Raum.
  • Schon 1952 war die Frage eines weiteren Schulsaals im Elternbeirat erörtert worden. Der Antrag, an das alte Schulgebäude anzubauen, wurde jedoch im gleichen Jahr abgelehnt.
  • Erst Ende Oktober 1955 konnte der notwendige vierte Klassenraum eingerichtet werden,
    nachdem die frĂĽheren Lehrerwohnungen in der Schule durch den Bau eines neuen Lehrerwohnhauses frei geworden war.
  • Inzwischen war die Zahl der Schulkinder auf ĂĽber 200 angestiegen.
  • 1958 muĂźten erstmals fĂĽnf Klassen gebildet werden, fĂĽr die nur vier Räume vorhanden waren. Das Kinderheim stellte, um dem Mangel abzuhelfen, einen fĂĽnften Saal fĂĽr zwei Jahre zur VerfĂĽgung.
  • Als 1961 das Kinderheim den Saal fĂĽr eigene Zwecke benötigte, muĂźte Schichtunterricht eingefĂĽhrt werden.
  • Im Juni 1962 beschlossen
    Die laufenden Verhandlungen mit der Bezirksregierung hatten schlieĂźlich folgendes Endergebnis: die alte Schule
    soll nicht aufgeben, ein Erweiterungsbau in unmittelbarer Nähe, aber nicht als Anbau, errichtet werden.
    GrundstĂĽcksschwierigkeiten tauchten auf. Anfang 1962 jedoch konnte das jetzt bebaute GrundstĂĽck von der
    Gemeinde gekauft werden.
  • Am 14. Juni des gleichen Jahres faĂźte der Gemeinderat den folgenden BeschluĂź: es wird ein Erweiterungsbau mit zwei Schulsälen und Gruppenräumen, mit einem Gymnastikraum und Nebenräumen und  einem Mehrzweckraum errichtet.

Die Planung wurde Architekt Walter Madlener ĂĽbertragen.
Schwierige Finanzierung
Die Kalamitäten waren damit nicht zu Ende. Der Finanzierungsplan wurde zunächst von der Gemeindevertretung abgelehnt, da der Landeszuschuß von 180.000 auf 100.000 Mark gekürzt worden war. Er mußte jedoch kurze Zeit später angenommen werden. Und im September vorigen Jahres konnte der erste Spatenstich für den Neubau getan werden, der nun im Rohbau steht. Die Gesamtkosten betragen 364.000 Mark. Neben dem Land gibt der Kreis einen Zuschuß von 45.000 Mark. Die Gemeinde muß - ein Wermutstropfen im Freudenbecher - noch 219 000 Mark aufbringen. Die Schulraumnot aber hat bald ein Ende.

  • Im Oktober 1965 gab es die Einweihung des Erweiterungsbaus. Im neuen Gebäude entstanden zwei
    Klassenräume mit je einem Gruppenraum, einem Werkraum mit Nebenraum, ein Lehrmittelzimmer und eine Gymnastikhalle mit Nebenräumen. Eine überdacht Pausenhalle verbindet das alte mit dem neuen Gebäude.
  • Im August 1969 erfolgte die Zusammenlegung der Klassenstufen 5 bis 9 mit Immendorf. Zwei dieser
    Klassen wurden in Arenberg unterrichtet, die ĂĽbrigen drei in Immendorf.
  • Am 25. Januar 1968 war der erste Elternsprechtag. Zum ersten Male in der Arenberger Schulgeschichte fand ein Elternsprechtag statt.
  • Im August 1970 wurde die Umwandlung von einer Bekenntnisschule in eine Simultanschule. (Dies
    geschah deshalb, weil die Gemeinde Arenberg-Immendorf von diesem Jahr an zur Stadt Koblenz gehört, also Stadtteile von Koblenz sind und nicht mehr der Kreisverwaltung unterstellt sind.)
  • Im August 1972 erfolgte die Umwandlung der Volksschule. Mit Beginn dieses Schuljahres wurde in Arenberg keine Oberstufe (Hauptschule) mehr unterrichtet. Aus der Volksschule entstand eine Grundschule, die in manchen Jahren bis zu acht Klassen umfaĂźte (1977: 164 SchĂĽler). An der Räumlichkeit hat sich seit 1965 bis heute nur wenig geändert. Im August 1979 sinken die SchĂĽlerzahlen. Innerhalb von zwei Jahren ging die SchĂĽlerzahl gravierend
    zurĂĽck.

Wurden 1977 noch 41 Schüler eingeschult, so waren es im August 1979 nur noch fünf Jungen und sieben Mädchen. Dazu findet sich in der Chronik folgende Erklärung:

Sehr zum Nachteil von Schule und Bevölkerung macht sich der sogenannte “Pillenknick” bemerkbar.

  • Im August 1981 kam die Eigenständigkeit der Grundschule in Gefahr. Wegen der sinkenden
    Schülerzahlen in Arenberg und Immendorf diskutierten die Schulbehörde, Politiker und Eltern gemeinsam
    über die Zusammenlegung der Schulen. Zwei Jahre später sprachen sich die Eltern in einer erneuten
    Diskussion für den Erhalt der Eigenständigkeit der beiden Schulen aus. Ortsansässige Politiker unterstützten die Eltern. Sie erklärten die rückläufigen Zahlen (1982: 68 Schüler) noch nicht für so alarmierend und blickten optimistisch in die Zukunft. Ein Glück für die Kinder beider Schulen!
  • Im August 1991 entstand die Einrichtung der Betreuenden Grundschule im Gruppenraum neben der
    KĂĽche. Dank einiger engagierter MĂĽtter konnten sehr bald schon viele Eltern diese Einrichtung vor und nach dem
    Unterricht für ihre Kinder nutzen. Ein immer wieder neues Angebot an Basteln, Spielen, Kochen etc. läßt keine Langeweile aufkommen.
  • Im März 1993 war die GrĂĽndung einer SchĂĽlerbĂĽcherei im dritten Stock mit gemĂĽtlicher Leseecke.
    Eine großzügige Spende des Fördervereins sowie viele Buchspenden von Eltern und Lehrern machten
    es möglich, daß diese Bücherei entstehen konnte.
  • Im Oktober 1993 kam die Erweiterung des Lehrer- und Konferenzzimmers im Neubau.
    Durch unbĂĽrokratische Hilfe konnte innerhalb kurzer Zeit das beengte Lehrerzimmer im Neubau zu einem
    Konferenzzimmer erweitert werden, in dem auch die LehrerbĂĽcherei und der Fotokopierer untergebracht
    sind.

150 Jahre nach der GrĂĽndung
Im Schuljahr 1993/94 besuchen 92 Kinder die Arenberger Grundschule. Sie bilden fünf Klassen und werden von acht Lehrerinnen unterrichtet. Die vorhandenen Räumlichkeiten können heute großzügig für einen handlungsorientierten Unterricht genutzt werden.

  • Am 18. März 1994: Ein Ginkgo-Baum fĂĽr die Schule
    Anläßlich des 150jährigen Bestehens der Schule wurde ein vier Meter hoher Ginkgo-Baum auf dem Schulhof eingepflanzt. Diese Aktion wurde von allen Kindern mit einem Baumlied und einem Gedicht begleitet. Sogar das Regionalfernsehen berichtete.
  • Am 6./7. Mai 1994 fand die Jubiläumsfeier aus AnlaĂź des 150jährigen Bestehens der Arenberger Schule statt
     
     

Beiträge und Bilder meines Grossvaters Matthias Lemaire unterliegen dem 

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