Koblenz
    

 

 

Einführung in die Geschichte

  

 Koblenz, am Zusammenfluss von Rhein und Mosel gelegen, hat in seiner fast zweitausendjährigen

 Geschichte die Geschicke  der rheinischen Lande in besonderem Maße geteilt.

  

Das Römerkastell

 Das Stadtgebiet selbst ist römischen  Ursprungs. Zum Schütze der römischen Heerstraße von Mainz nach Köln entstand  unter Tiberius (14 - 37- n. Chr.) das erste Erdkastell mit Wall und Graben. Die Lage am Zusammenfluss (lat.: confluentes) gab der Stadt den Namen. Nach dem  rechtsrheinischen Limes-Bau unter Domitian (81 -96) wurde Koblenz Etappe. Es wurde eine bürger­liche Siedlung. Die Truppenlager befanden sich auf der rechten  Rheinseite, z. B. in Niederberg im Bereich des im Volksmund „Alteburg" genannten  Platzes. Wir kennen durch die im Jahre 1895 vorgenommenen Grabungen Größe und Einrichtung dieses Lagers.

 Nach den Frankeneinfällen 259/60 wurde  Koblenz zu einem festen Kastell ausgebaut. Es erhielt, wahrscheinlich unter Kaiser Konstantin (306 - 337), einen starken, haushohen Mauer­ring mit 19  Rundtürmen, deren Reste noch heute in den Türmen des Pfarrhauses von Liebfrauen  und unter dem Chor von St. Florin sichtbar sind, ebenso sichtbar wie die alte Begrenzung dieses Kerngebietes durch die Straßenzüge Altengraben, Plan, Entenpfuhl und Kornpfortstraße.

Die fränkische Zeit

 Rechtsnachfolger des Römischen Reiches  wurden die Franken. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts wird innerhalb der alten  römischen Stadtmauer ein merowingischer Königshof errichtet. Man nimmt an, dass er im Bereich zwischen St. Florin und Liebfrauenkirche gelegen war. Bei Grabungen unter der Liebfrauenkirche vor eini­gen Jahren stieß man auf Reste eines christlichen Oratoriums aus dem 5./6. Jahrhundert. Wahrscheinlich befand sich hier die merowingische Pfalzkapelle. Die australischen Könige weilten oft  in Koblenz. Wir kennen die Schilderung eines Empfanges

 der Gesandtschaft Guntrams von Orleans am Hofe König Childe-berts II. in Koblenz im Jahre 585 durch Gregor von Tours. Seit 843 (Vertrag von Verdun) gehörte Koblenz zum mittelfränkischen, seit 870 (Vertrag von Meersen) zum ostfränkischen Reich.

 Der Sitz des Königshofes als  Verwaltungsmittelpunkt begünstigte eine sich rasch bildende Ansiedlung. In diese  Zeit fallen die Frühbauten von Liebfrauen, St. Florin und St. Kastor. Auch der  Kirchenbau des St.-Florin-Stiftes, ursprünglich eine Marienkirche, reicht wohl in frühe Zeiten zurück. Bei Grabungen unter der Kirche fand man eine karolingische Saalkirche. Auch das Benediktinerkloster St. Beatus auf der  Karthause soll eine frühe Gründung gewesen sein. Anfang des 8. Jahrhunderts  zerstört, wurde es 1153 durch Erzbischof Albero wieder neu errichtet. Ein  Kartäuserkloster entstand an dieser Stelle erst im Jahre 1331. Das älteste noch bestehende Gotteshaus ist die St.-Kastor-Kirche. Am 12. November 836 erhielt sie ihre feierliche Weihe. Ludwig der Fromme besuchte mit seiner Familie die neugeweihte Kirche.

Die  kurfürstliche Zeit

 Im Jahre 1018 kam der Königshof mit Grundbesitz, Zoll- und Münzrecht als Schenkung durch Kaiser Heinrich II. an das  Erz­stift Trier. Damit begann die fast 800jährige Zugehörigkeit der Stadt Koblenz zum Bistum Trier.

 Markt und Zollwesen müssen durch die  günstige Verkehrslage der Stadt damals schon beträchtlich gewesen sein. Bereits  um 1100 lassen sich Handelsbeziehungen zu den Niederlanden und zum Oberrhein  nachweisen. 1309 bestätigte Kaiser Heinrich VII. erneut den Markt von Koblenz. Das Koblenzer Stapelrecht ist seit 1480 belegt für Getreide, Vieh  und Fische. Marktschiffe fuhren bis Oberwesel und Remagen, moselaufwärts bis Zell. Hier war die Haupthandelsware der Wein.

 Neben der Kaufmannszunft prägte der Handwerkerstand das städtische Wesen. Auch er war in Zünften und Bruderschaften zusammengeschlossen. Die „Auszugsordnung eines Koblenzer Aufgebots" aus dem  Jahre 1402 nennt über ein Dutzend Zünfte aus Handwerk und Gewerbe. 1500 wurde  sogar eine St.-Annen-Bruderschaft der geistigen Arbeiter gegründet. Bis in die Neuzeit blieben auch Landwirtschaft und Weinbau selbst im Stadtgebiet ein  wichtiger Erwerbszweig. Wir kennen eine Zählung aus dem Jahre 1719, die folgende Angaben erbrachte (ohne Neuendorf): 1626 Morgen Ackerland, 46 Morgen W 193 536 Weinstöcke.

 Ein Teil der Bürgerschaft der Stadt stand in Diensten reichen Adelshöfe, die im wesentlichen heute noch bai ten oder wiederhergestellt sind: Der Bürresheimer Ho herren zu Breidbach-Bürresheim (am Florinsmarkt), der nachher Hof (an der Kornpfortstraße, als Dreikönigen bekannt),  der Metternicher Hof (am Münzplatz), der Von-sche Hof (am Kastorplatz mit einem Teil des Südbaue alten Kapelle im Baukomplex der Landesstraßenverws den  zerstörten Bassenheimer Hof erinnert noch das Tor, das seinen neuen Platz als  Eingang zum Pfarrhaus am Florinsmarkt fand.

 Ein anderer Teil der Bürgerschaft stand in Diensten Niederlassungen, der Klöster und Klosterhöfe der Ab merode,  Marienstatt, Maria Laach, Siegburg, St. Ma St. Maximin in Trier. Von den  zahlreichen Klosterb Stadt, die in den langen Jahrhunderten der Zugehöri  Erzstift Trier errichtet wurden, ist nur noch ein kl erhalten. Ein Rest ihrer Kirchenbauten wurde im let;zerstört. So die frühgotische Kirche (aus dem Jahre Dominikanerklosters in der Weissergasse, der Kirche  Franziskanerklosters in der Kastorstraße und die l kirche des alten Klosters an der Rheinstraße. Von erfolgten Niederlassung der Deutschordenskommende ausgedehnten Bauten auf der Landzunge am Zusammfluss Rhein und Mosel, die ihr damals schon den Namen „ Eck" einbrachten, ist nur der sog. Rheinbau (ehem. Wo  Hauskomturs) erhalten. Das alte Zisterzienserinnenklos „Alten Lehr" (am heutigen Jesuitenplatz) wurde 158C Jesuiten übernommen, die dort eine bedeutende Sei-deten, welche in der Nachfolge als Kurfürstliches G' als Secondär-Schule,  als preußisches Gymnasium (Kaiserjn-Augusta-Gymnasium) und schließlich als Görres-Gymnasium. unsere Tage fortbesteht.

 Das geistliche Regiment zog im Laufe der  Jahre eine Vielzahl von Verwaltungsbeamten, Juristen, Hofhörigen sterialen in die  Stadt. Es brachte aber auch eine Reil ten der Kirchenmänner und Gelehrter: den  Dominikaner von Kalteisen, Erzbischof von Trontheim (+ 1465), He Rübenach, Weihbischof von Köln (+ 1493), die dem Jahre 1719, die folgende Angaben  erbrachte (ohne Lützel und Neuendorf): 1626 Morgen Ackerland, 46 Morgen Wiesen  und 193 536 Weinstöcke.

 Ein Teil der Bürgerschaft der Stadt stand in Diensten der zahlreichen Adelshöfe, die im wesentlichen heute noch baulich erhalten oder wiederhergestellt sind:

     - Der Bürresheimer Hof der Freiherren zu Breidbach-Bürresheim (am Florinsmarkt),

     - der Eltz-Rübenacher Hof (an der Kornpfortstraße, als Dreikönigen-Haus bekannt),

     - der Metternicher Hof (am  Münzplatz), der Von-der-Leyen-sche Hof (am Kastorplatz mit einem Teil des Südbaues und der alten Kapelle im Baukomplex der Landesstraßenverwaltung).

     - An  den zerstörten Bassenheimer Hof erinnert noch das erhaltene Tor, das seinen neuen Platz als Eingang zum Pfarrhaus Liebfrauen am Florinsmarkt fand.

 Ein anderer Teil der Bürgerschaft stand in Diensten kirchlicher Niederlassungen, der Klöster und Klosterhöfe der Abteien

  • - Himmerode,
  • - Marienstatt,
  • - Maria Laach,
  • - Siegburg,
  • - St. Matthias und St. Maximin in Trier.

 Von den zahlreichen Klosterbauten der Stadt, die in den langen  Jahrhunderten der Zugehörigkeit zum Erzstift Trier errichtet wurden, ist nur noch ein kleiner Teil erhalten. Ein Rest ihrer Kirchenbauten wurde im letzten Krieg zerstört. So die frühgotische Kirche (aus dem Jahre 1233) des  Dominikanerklosters in der Weissergasse, der Kirchenbau des Franziskanerklosters  in der Kastorstraße und die Karmeliter­kirche des alten Klosters an der  Rheinstraße. Von der 1216 erfolgten Niederlassung der Deutschordenskommende mit den ausgedehnten Bauten auf der Landzunge am Zusammenfluss von Rhein und Mosel,  die ihr damals schon den Namen „Deutsches Eck" einbrachten, ist nur der sog.  Rheinbau (ehem. Wohnung des Hauskomturs) erhalten. Das alte  Zisterzienserinnenkloster in der „Alten Lehr" (am heutigen Jesuitenplatz) wurde  1580 von den Jesuiten übernommen, die dort eine bedeutende Schule grün­deten, welche in der Nachfolge als Kurfürstliches Gymnasium, als Secondär-Schule, als preußisches Gymnasium (Kaiserin-Augusta-Gymnasium) und schließlich als  Görres-Gymnasium bis auf unsere Tage fortbesteht.

 Das geistliche Regiment zog im Laufe der  Jahre auch eine Vielzahl von Verwaltungsbeamten, Juristen, Hofhörigen und Mini­sterialen in die Stadt. Es brachte aber auch eine Reihe bedeu­tender  Kirchenmänner und Gelehrter: den Dominikaner Heinrich von Kalteisen, Erzbischof  von Trontheim (f 1465), Heinrich von Rübenach, Weihbischof von Köln (f 1493), die beiden Humanisten Winand von Steeg (1439 - 48 Dechant an St. Kastor) und Bartholomäus Latomus, der 1544 an den kurtrierischen Hof kam, und nicht zuletzt  im Jahre 1430 Nicolaus von Cues, der einige Jahre Dechant von St. Florin war.

 Eine besondere Stadtrechtsverleihung ist  für Koblenz nicht be­kannt. Die Verwaltung lag zunächst bei den Schöffen und später auch bei dem Stadtadel. Im Vergleich zu anderen Städten erfolgte der  Zusammenschluss der Bürgerschaft erst verhältnismäßig spät, anfangs unter  mehrfachen Spannungen zwischen Stadt und Lan­desherren. Davon zeugen der Bau der kurfürstlichen Burg (1277 -zur Sicherung erzbischöflicher Rechte) und die vielfachen Streitig­keiten um den Ausbau der Ratsverfassung. Die Entwicklung der  Stadt zu einem festen Zusammenschluss der Bürgerschaft war aber sicherlich um die Mitte des 14. Jahrhunderts abgeschlossen. Ein Privileg aus dem Jahre 1332  bestätigte bestehendes Recht. Als Vorbild galt das Kölner Stadtrecht.

 Als Rathaus diente ab Mitte des 14. Jahrhunderts über 300 Jahre lang das Haus Monreal (östlich der Liebfrauenkirche), von 1674 bis 1794 das Alte Kaufhaus am Florinsmarkt nach den  Umbauten der oberen Stockwerke. Von 1805 bis 1895 war der Sitz der Verwaltung am Plan im Gebäude der alten Stadtkommandantur (heutige Feuerwache). 1891 erwarb  die Stadt einen Teil des Jesuitenkollegs, in dem sie seit 1895 mit Rat und  Verwaltung untergebracht ist.

 Der mittelalterliche Stadtmauerbau - um 1250 begonnen und Anfang des 14. Jahrhunderts beendet - war nicht nur Symbol der Wehrhaftigkeit, sondern auch Sinnbild für den Rechtsstatus der Stadt. Das  bekunden die ältesten Stadtsiegel des 13. und 14. Jahrhunderts.

 Koblenz war oft Mittelpunkt bedeutenden politischen Geschehens. Im Jahre 1105 begegneten sich hier Kaiser Heinrich IV.  und sein Sohn Heinrich V., 1138 fand die Königswahl des Staufers Konrad III.  statt, 1151 dessen prunkvolle Pfingstfeier und 1188 der Fürstentag König  Heinrichs VI. Im Jahre 1338 erlebten die Koblenzer den glanzvollen Hoftag des Kaisers Ludwig der Bayer; nicht nur wichtige Reichsgesetze wurden damals  verkündet, son­dern auch mit dem anwesenden König Eduard III. von England wurde ein Bündnis gegen König Philipp VI. von Frankreich ge­schlossen. Der mächtige  Kurfürst Balduin von Trier war zu jener Zeit Landesherr.

 Die Stadt teilte aber auch die Geschicke  des Landes und des Reiches in kriegerischen Auseinandersetzungen. Im Jahre 1198  wurden bei den Kämpfen zwischen Otto IV. und Schwaben große Teile der Stadt  zerstört. Härteste stand Koblenz während des 30jährigen Krieges. In zwischen  1632 und 1637 wechselten Stadt und Festung Ehrenbreitstein mehrfach den Besitzer. Französische, schwedische und kaiserliche Truppen hielten Koblenz besetzt. Den gröl erlitt die Stadt bei einer mehrtägigen Beschießung ir Krieg im Jahre 1688. Von 300  Häusern brannten 230 nieder .Oft war der Ehrenbreitstein Zuflucht und letzte Bast Königshof Koblenz fiel auch er an das Erzstift Trier. Burganlagen gehen auf das  Jahr 1000 zurück. 1152 - 1169 erstmalig ausgebaut. Diesem Ausbau fo  Erweiterungsbauten. Selbst Balthasar Neumann fu als Fortifikationsbaumeister des  Kurfürsten. Mit di Philippsburg (1626-1629) am Fuße des Ehrenbreitsteiner späteren  kurfürstlichen Verwaltungsbauten (Dikastei stall) begann für das Niedererzstift und die Stadt Glanzzeit ihrer Zugehörigkeit zu Trier. Ihren Höhepunkt die  Bautätigkeit unter den letzten Kurfürsten: Franz von Schönborn (1729 - 1756), Johann Philipp von Walde 1768) und nicht zuletzt unter Clemens Wenzeslaus ( mit seinem Schlossbau in Koblenz.

 Der kleine Ort Ehrenbreitstein (damals  Philippsthal oder Thal genannt) war es, von dem fast ein Jahrhundert Iang sich  die  Kunsteinflüsse über die Lande an Rhein und Mosel Ehrenbreitstein beherbergte während dieser Glanzzeit großer Baumeister: Joh. Chr. Sebastian! (f  1704) Ravensteyn (+ 1729) und schließlich Johannes Seiz Verein mit seinem großen Lehrer Balthasar Neuma Januarius Zick (f 1797) wirkte hier und mit ihm  Künstlerkolonie von Malern, Stukkateuren und Kunsthandwerkern. Und hier im Thal wohnte  der Kanzler La Roche seine Gattin Sophie wurde sein Haus ein Jahrzehl geistigen Mittelpunkt am Rhein. Im Thal stand auch sein Geburtshaus der Maria Magdalena Keverich,  der Mutter Beethovens.

Die französische Zeit

 Während der letzten Jahre der Regierungszeit des Clemens Wenzeslaus beherbergte die Stadt Koblenz Anzahl französischer Emigranten in ihren Mauern, die Revolutionswirren ihr Land verlassen hatten. Der Kurfürst hatte dem hohen Adel das Koblenz benachbarte  Schloß Schönborns­lust, den Von-der-Leyenschen Hof, ja selbst den neuen Schloßbau zur Verfügung gestellt. Am 23. Oktober 1794 besetzte das fran­zösische Revolutionsheer unter General Marceau die Stadt. Der Tag der Besetzung war zugleich das Ende des kurfürstlichen und geistlichen Regimentes. Koblenz wurde Sitz des Präfekten des Rhein-Mosel-Departements. Mit dem Frieden von Luneville kam das gesamte linksrheinische Gebiet an Frankreich.

 Die Napoleonische Zeit brachte aber nicht nur eine politische Umorientierung, sondern auch totale Veränderungen  auf allen anderen Gebieten. Die Säkularisation bedeutete das Ende des geistlichen Besitzes. Die Stifte St. Kastor und St. Florin z. B. wurden  aufgehoben, die zum Teil alten Stiftsgebäude abgerissen, ein unersetzlicher Wert kirchlicher und sakraler Kunstwerke ging der Stadt verloren.

 Schon unter Clemens Wenzeslaus  gestattete das Toleranzedikt von 1783 den Protestanten, sich in der Stadt  anzusiedeln. Jetzt - 1802 - erhielt die junge evangelische Gemeinde das St.-Mar-tins-Klösterchen. Jahre später die profanen Zwecken dienende Florinskirche und die Schloßkapelle.

 Im gesamten Land wurden eine neue Landordnung, eine neue Rechtsordnung und damit auch eine neue  Municipalverfassung eingeführt. Abgaben und Rekrutierungen drückten die  Bevölke­rung. Dennoch hatte die Stadt in dieser bewegten Geschichts­epoche die kurze Amtszeit eines hervorragenden Präfekten zu verzeichnen, die von Lezay Marnesia. Musikinstitut und Casino-Gesellschaft (1808) wurden gegründet, Einrichtungen, die noch heute bestehen. Das Theater florierte. Im Metternicher Hof ent­stand eine Rechtsfakultät. Hier wirkte als bedeutender Interpret des  Code Napoleon Franz von Lassauix. Fürst Metternich und Josef Görres, der mächtige österreichische Staatskanzler und der gewaltige Publizist, sind Söhne  dieser Stadt. Einrichtungen wie die Mairieverfassung und der Code Napoleon  blieben bis zur Ablösung durch die preußische Gemeindeordnung vom Jahre 1845 und bis zur Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches in den linksrheinischen  Gebieten bis zum Jahre 1900 in Geltung.

Die  preußische Zeit

 Das Jahr 1814 brachte nach den  Befreiungskriegen erneut eine geschichtliche Wendung. Die Inschriften auf dem  Kastor-Brunnen erinnern daran. Am 1. Januar 1814 verließ der letzte fr; Präfekt die Stadt, am 2. Januar nahm General St. russischer Stadtkommandant sie in Besitz. Am 6. Deze zog der General von Gneisenau in den Von-der-Leyen ein. Auf dem Wiener Kongreß (1814/15) hatte Preußen linke Rheinufer bis zur  Saar erhalten. So wurde im J Koblenz Sitz des Oberpräsidenten und im Jahre  1830 l der Rheinprovinz. Einschneidende Bedingungen für dii Stadtentwicklung  brachten die militärischen Bauten. wurde Garnisons- und Festungsstadt, mit  starken An den umliegenden Höhen, mit Wällen und Toren, m gungsanlagen und Kasernen im engeren Stadtbereich Jahre 1890 bestand die Kabinettsorder, daß  unmittelbs Wällen (die heutigen Straßenzüge des Friedrich-Ebert-l ringes) keine festen Bauten errichtet werden durften. späte  Aufschließung der Stadt durch Straßen und Eii war bedingt durch ihre Lage im  sogenannten strategis teld. Zur Beamten- und Garnisonstadt kamen schließ und Würde der Residenzstadt. Viele Jahre weilte in Ki spätere Kaiserin Augusta, der die Stadt mancherlei ( Hilfe und nicht zuletzt die Schaffung ihrer schönen  Rhf verdankt.

 Durch ihre verkehrsgünstige Lage blieb  die Stadt ein Handelsplatz. Sie besaß eine Reihe bedeutender Unt vor allem im Weinhandel und im Agentur- und Speditior Bereits in den 80er Jahren drängten Handelskamme weitsichtiges Koblenzer Handelshaus auf eine Moselkan Inzwischen  hatte die Dampfschiffahrt eingesetzt. Das war  der Beginn des  Fremdenverkehrs. In enger Verbindung Entwicklung standen die Niederlassung und  der Au Verlagsbuchhandlung  Carl Baedeker, deren Name ba erlangte. Die Stadt war Mittelpunkt des Dampfschif kehrs geworden. Sie erhielt eine Werft, einen Freil einen Sicherheitshafen in  Neuendorf. Schließlich ke einem Neuaufbau der gesamten Werftanlagen auf di  Moselseite. Lange Zeit war die von Kurfürst Baldui Moselbrücke die einzige feste Brücke der Stadt. 1818 dem Rhein die Schiffbrücke die alte sogenannte , Brücke" ab, 1864 wurde die erste feste Rheinbrücke, d dorfer Brücke, gebaut, 1878 folgte der Bau der H( Brücke.

 Endlich begann um das Jahr 1890 mit dem Abbruch der preußischen Tore und der Befestigungsanlagen die intensive und vor  allem die extensive Ausweitung der Stadt.  Um die Jahrhundert­wende entstanden neue Stadtteile und mit ihnen ihre Kirchen:

 St.-Josefs-Kirche, Herz-Jesu-Kirche,  Christuskirche; Stadthalle und Hauptbahnhol' wurden errichtet. Es erfolgten  schließlich auch die Eingemeindungen der Vororte. Während Koblenz-Lützel, Neu­endorf und mit einer Unterbrechung (1857 - 1902) auch Moselweiß bereits seit  alters her zur Markgenossenschaft gehörten, kamen Wallersheim im Jahre 1922, Ehrenbreitstein, Niederberg, Pfaffen­dorf, Horchheim und Metternich 1937 zum  Stadtgebiet.

  

Die Großstadt

 Seit dem 30. August 1946 gehört die Stadt zum Land Rheinland-Pfalz, bis 1950 war sie Sitz der Landesregierung. Im letzten  Weltkrieg blieben von den 23700 Wohnungen nur 1500 unbeschädigt. Profane und  kirchliche Baudenkmäler gingen verloren. Die Spuren sind noch nicht alle beseitigt, aber der Wiederaufbau ist auch für diese Stadt beglückend, ein  Zeichen ihres Lebens­willens, den sie durch Jahrhunderte bewiesen hat, wie ihre L Geschichte zeigt.   

 Am 27. 6. 1962 wurde Koblenz  Großstadt. Das Bild der wieder­aufgebauten Stadt spiegelt die enge Verknüpfung  ihrer langen geschichtlichen Vergangenheit mit den Erfordernissen und Ansprüchen der Gegenwart und Zukunft. Handel und Wirtschaft, großzügige Verkehrsbauten und Brücken sichern die Bedeutung der Stadt als Wirtschafts- und Verkehrsmittelpunkt. Die bereits nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte Planung eines Hafens in Wallersheim und die Schaffung und Erschließung eines ausge­dehnten Industriegeländes sind Wirklichkeit geworden. Ganze Stadtteile (Horchheimer Höhe, Flugplatz Karthause) sind bereits erstellt oder im Bau. Die Chancen, auf die die Stadt fast ein Jahrhundert lang gewartet hat, scheinen genutzt. Nicht minder erfolgreich waren die kulturellen Bemühungen. Koblenz ist  Schul­stadt. Mit der Vielzahl seiner Lehranstalten, mit seinen Archiven, Museen und seiner langen Theater- und Musiktradition ist es auch zu einem kulturellen  Mittelpunkt geworden,

 Die einmalig schöne Lage an den alten Völkerstraßen, an zwei großen Flüssen im Herzen des alten, kulturreichen  Kontinents und ihre wechselvolle geschichtliche Vergangenheit haben das Gesicht der Stadt geprägt.


[a]

Über 2000 Jahre Koblenz - kein Wunder, daß Koblenz einiges zu bieten hat:

Am weltbekannten Deutschen Eck, wo Rhein und Mosel zusammentreffen, wurde durch engagierte private Initiativen und Spenden das Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. wiedererrichtet, das am Ende des 2. Weltkrieges buchstäblich abgeschossen wurde.
Das Deutsche Eck ist auch heute täglich Ausgangspunkt und Treffpunkt für viele Koblenz-Besucher.

Direkt am Rhein liegt das Kurfüstliche Schloß Koblenz.

Die Kastorkirche, wurde 836 unter Ludwig dem Frommen konsekriert und ist die älteste Koblenzer Kirche. Das Querhaus und Apsis wurde Mitte des 12. Jh. erbaut. Über dem Eingangsportal wacht der Namenspatron der Kirche, der heilige Kastor.
Besonders beeindruckend ist die Doppelturmfassade an der Westseite, mit ihren sechsstöckigen Türmen und halbrunden Treppentürmen. Hervorzuheben ist die reichhaltige Innenausstattung, das Bronzekreuz von 1685, die farbige barocke Steinkanzel aus dem Jahre 1625, die Grabdenkmäler für Erzbischof Kuno von Falkenstein, Erzbischof Werner von Königstein sowie Friedrich von Sachsenhausen und Sophie Schenk von Liebenstein.
Gegenüber des Südportals befindet sich der 1830 erbaute Pfarrhof St. Kastor. Durch den Garten kommt man zum im Jahre 1216 erbauten Deutschherrenhaus, in dem sich heute das ´Museum Ludwig´ befindet.

Das rot verputzte 'Schöffenhaus' wurde 1530 im gotischen Stil erbaut. Hier sind die Erker erwähnenswert und der Balkon, der von der Moselseite aus zu bewundern ist.

In dem weiß verputzten, mit roten Haussteinen und Ecktürmen versehenen 'Alten Kaufhaus' von 1419 befindet sich das Mittelrhein-Museum mit einer umfangreichen Sammlung rheinischer Madonnen, Rheinbildern und Sammlungen zur Stadtgeschichte. In diesem Gebäude war im 17. Jh. das Rathaus der Stadt untergebracht.
Unter der Uhr befindet sich der 'Augenroller', ein Abbild des Ritters Lutter von Kobern. Er rollt im Takt der Skunden die Augen und streckt zur vollen und halben Stunde die Zunge heraus.

Ein kleiner Durchgang führt zum Florinsmarkt, wo die Westfassade der Florinskirche und rechts davon die Frontseiten des Schöffen- und des Tanzhauses zu sehen sind.
Die ehemalige Stiftskirche St. Florin bestand bereits im 11. Jh. und wurde im 12. Jh. um einen dreischiffigen romanischen Neubau auf den Fundamenten der römisch-fränkischen Stadtmauer erweitert. Sehenswert sind hier die gotischen Glasfenster und Fresken von Januarius Zink.

Mit dem Bau der ´Alten Burg´, einem quadratischen Gebäude mit zwei Ecktürmen an der Mosel, wurde im Jahre 1276 begonnen. Sie wurde als Zwingburg gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen der Koblenzer unter Heinrich von Vinstingen erbaut. Die Burg wurde in den Stadtmauerring integriert.
Im zweiten Stock des Ostturmes befindet sich eine Kapelle mit gotischen Fenstern. Heute beherbergt dieses Gebäude das Stadtarchiv und den Lesesaal der Stadtbibliothek.
Neben der Burg führt eine Treppe zum Moselufer. Hier erkennt man gut die Verbindung zwischen der Stadtmauer und der Burg.

Erzbischof Balduin begann 1332 mit dem Bau der Balduinbrücke, die 1368 vollendet wurde. Sie ist die drittälteste Steinbrücke Deutschlands.

Einer der vielen Plätze und Treffpunkte Koblenz ist der 'Münzplatz', auf dem seinerzeit die Römer ihr Kastell errichtet hatten. Später stand hier die Münze. Fast in der Mitte des Platzes steht das frühere Haus des Münzmeisters, das 1763 nach Johannes Seiz als Kurfürstliche Münze gebaut wurde.
Aber auch das Haus Metternich beherbergte berühmte Familien. Im 13. Jh. war es der Hof der von Bachem, im 15. Jh. der von Eltz und 1699 Lehen der Grafen Metternich. Hier wurde 1773 der österreichische Kanzler Fürst Clemens von Metternich geboren. Der Bogen über dem Eingang zeigt das Familienwappen und die fünfzackige Grafenkrone.

Der im Jahre 1520 erbaute fünfstöckige gotische Wohnturm des Münzmeisters Conrad von Lengefeld ist das älteste erhaltene Bürgerhaus der Stadt. Sein Giebeldach ist von hohen Zinnen umgeben. Heute befindet sich hier eine Gaststätte, in der man gemütlich unter gotischem Sterngewölbe speisen kann.

Im Herzen der Altstadt steht die Liebfrauenkirche aus dem 12. Jh. Sie wurde um 1410 um einen hochgotischen Chor erweitert. Über dem Eingangsportal befindet sich eine Madonna aus dem Jahre 1702. In der Vorhalle erinnern drei Grabmäler an die Familie von dem Burgtorn aus dem 16. Jh.
Sehenswert sind auch das Kreuz über dem Altar, der jüdische Grabstein aus dem 12. Jh., das Grabmal für den Gesandten Johannes Kramprich von Kronefeld aus dem 17. Jh.
Die Michaelskapelle an der Südseite ist das ehemalige Beinhaus der Gemeinde.

In der völlig restaurierten Altstadt sind herrliche Fachwerkhäuser mit ihren wunderschönen Erkern und geschmückten Balken zu besichtigen. Besonders sehenswert sind hier die 'Vier Türme' an der Kreuzung Löhrstraße/Marktstraße und Altengraben.
Diese 4 Eckhäuser mit den Namen 'Hauptwache' (1689), 'Zum Grünen Baum' (1692) und 'Haus Petrus' (1691). Das vierte Haus stammt aus dem Jahre 1608. Alle vier Häuser haben prachtvolle, stuckverzierte Erker.

Am 'Plan' laden viele Gaststätten, Kneipen und Cafés zum Einkehren ein.
Das Drouvensche Haus stammt aus dem Jahre 1779.
Der Königshof aus dem Jahre 1719 wurde als Stadtkommandantenhaus erbaut und war von 1805 bis 1895 das Rathaus der Stadt.

Auf der anderen Seite des 'Plan' führt der 'Entenpfuhl' zum Jesuitenplatz, mit der Jesuitenkirche und ehemaligem Jesuitenkolleg von 1694, dem heutigen Rathaus der Stadt. Inschriften erinnern noch an das ehemalige Gymnasium der Jesuiten. Die Jesuitenkirche wurde bis auf ein wunderschönes Renaissanceportal im 2. Weltkrieg völlig zerstört.

Durch die kleinen Torbogen unterhalb des Rathauses kommt man zu einem Hof zwischen den Flügeln des Gebäudes. Hier ist etwas Vorsicht angebracht, denn hinter dem Torbogen - in der rechten Ecke - ´lauert´ der 'Koblenzer Schängel'. Die Bronzefigur des Lausejungen spuckt in unregelmäßigen Abständen mit Wasser.

Die von der Ausdehnung größte katholische Kirche, die 1903 nach Plänen des Mainzer Dombaumeisters Ludwig Becker errichtete Herz-Jesu-Kirche, wurde im 2. Weltkrieg teilweise zerstört, mittlerweile aber mehrfach renoviert.

Sehenswert ist auch das 1787 im klassizistischen Stil erbaute Stadttheater am Deinhardsplatz, die Kaiserin Augusta Anlagen am Rhein mit ihrem Luisen- oder Salve Tempel, die Rheinanlagen und das Görres Denkmal dort hinter dem Schloß erinnert an den in Koblenz geborenen Schriftsteller.