Kloster Arenberg


 

 

Band XIII (1998)

Spalten 1338-1339

Autor: Ekkart Sauser

WILLIMANN, Anna, Maria, Josefa, im Orden: Cherubine OP: Gründerin der Dominikanerinnen von Koblenz-Arenberg. Erste Generalpriorin dieser Genossenschaft. * 12.3. 1842 zu Rickenbach-Niederwil/Schweiz, Kanton Luzern, + 18.12. 1914 zu Arenberg bei Koblenz. - Sie war das erste Kind der Eheleute Alois Willimann und Elisabeth Steiger. Am 2. Januar 1865 trat sie in ihrer Heimat Schwyz dem dortigen zweiten Orden des hl. Dominikus bei und erhielt den Namen Schwester Maria Petrina. Jedoch schon am 26. Februar 1866 mußte sie aus Gesundheitsgründen das Noviziat verlassen, blieb aber im Kloster an der Pforte tätig und sorgte für den Haushalt des Klosterpriesters Kaiser. Ihre Berufung zum Klosterleben blieb unerschütterlich. Im Zuge der am 5. März 1868 vom Trierer Bischof Eberhard erfolgten Erlaubnis zur Gründung eines dem Ordinarius unterstehenden Klosters in Arenberg bei Koblenz übersiedelte Sr. Willimann, noch unter dem Namen Josepha Willimann, am 16. Juni 1868 auf den Arenberg. Am 17. Juni begann ihr Postulat und am 22. Juli wurde sie unter dem Ordensnamen Cherubine eingekleidet. Im Zuge des Krieges zwischen Frankreich und Preußen kehrte Sr. Cherubine in ihre Heimat zurück. Am 14. Dezember 1870 schrieb sie jedoch einen Brief an den Pfarrer Kraus vom Arenberg. Auf seine vorsichtige Anfrage, ob wenigstens sie wieder zum Arenberg zurückkommen könne, antwortete sie: »Auf meinen gütigen und lieben Gott vertrauend...bezeichne ich als den Ort meines künftigen Wirkens das Klösterchen in Arenberg. »Am 1. Februar 1871 traf Schwester Cherubine mit einer anderen Schwester auf dem Arenberg ein. Nach dem 19. Mai 1885 wurde aus dem Kloster Arenberg die Arenberger Kongregation, begründet und geprägt von der neuen Generalpriorin, Mutter Cherubine. In wenigen Jahren wurde aus dem kleinen Kloster ein Mutterhaus. Cherubine begann mit neuen Tochtergründungen: Moselweiß (1887), Berlin (1889), Oberhausen (1889), Köln (1891), Düsseldorf-Heerdt (1892), Niederembt (1892), Kirchherten (1893). Dann noch 11 weitere Gründungen in und um Berlin. Als Mutter Cherubine am 18. Dezember 1914 starb, war die Arenberger Kongregation bereits ein fester Begriff im deutschen Katholizismus. Ihr heiligmäßiges Leben ist das besondere Vermächtnis dieser Frau an ihre Gemeinschaft. Diese widmet sich dem Dienste an den Kranken und Notleidenden. Zur Zeit unterhält die Kongregation 12 Niederlassungen in Deutschland, eine in der Schweiz und eine Mission in Bolivien mit vier Niederlassungen. Besonders hervorgehoben darf noch werden die Institution von Kinderheimen, die der Kongregation sehr am Herzen liegt und ganz dem Geiste von Sr. Cherubine entspricht. Ihr Grundsatz lautet: »Für Gott mein Herz, für die Seelen mein Blut, für den Orden meine Kraft.«

Lit.: H. Wilms OP, Heilende Liebe im Leben und in der Gründung der Mutter M. Cherubine Willimann, Dülmen 1921, 19842; - N. Gladel, Caritas vom Arenberg, Trier 1936; - N. Gladel, Cherubine Willimann vom Arenberg, Trier 1956, N. Gladel, Mutterhaus Arenberg, Sein Werden und Wirken, Trier 1960; - 125 Jahre Arenberger Dominikanerinnen, Koblenz-Arenberg 1993, bes. 21-32.Ekkart Sauser

 

Klösterliche Stille und Zurückgezogenheit soll der Gast auch bei seinen Spaziergängen durch die umgestalteten Außenanlagen erleben können.
Der Park des Klosters Arenberg

Bevor unsere Planung im Detail vorgestellt wird, möchte ich versuchen, zu der uns schon oft gestellten Frage, WARUM WIR DIESEN GROSSEN UMBAU WAGEN, eine erhellende Antwort zu geben.
Ich möchte Ihnen etwas von dem sagen, was für unser Selbstverständnis als Ordensschwestern wesentlich ist. - Denn wir bauen nicht als Privatperson, sondern als Gemeinschaft von Schwestern - als dominikanische Ordensgemeinschaft.

Der Sendungsauftrag, der im 13. Jahrhundert an den hl. Dominikus erging, behält seine Bedeutung für jede Zeit der Kirche: DA sein für den lebendigen Gott und in liebendem Erbarmen dem Menschen zugewandt, der Verstehen und Geborgenheit sucht, um geheilt zu werden von seiner vielfältigen Zerrissenheit.

Gott ist der erste und letzte - der einzige Daseinszweck unserer Gemeinschaft. IHN suchen wir, und diese Suche bewegt uns auch beim Neuaufbruch zum Dienst an den Menschen in unserer gegenwärtigen Zeit.

Unser letztes Generalkapitel (die Versammlung von Schwestern, die Entscheidungen trifft) hat uns dieses Vorhaben aufgegeben. Obwohl die Altersstruktur der deutschen Schwestern im Durchschnitt bei rd. 72 Jahren liegt, haben wir uns nicht dazu entschlossen, in totaler Zurückgezogenheit unsere Sendung zu leben, sondern vielmehr dazu, mit diesem großen Bauvorhaben einen neuen Aufbruch zu wagen.

In dieser Situation geht unser Blick besonders auf unsere Gründerin, die vor mehr als 130 Jahren aus der Schweiz kam. Pfarrer Kraus suchte damals hier vor Ort Schwestern, die seine neue Pfarrkirche und die daran angrenzende Wallfahrtsstätte betreuen sollten. Er hatte schon ein kleines bezugsfertiges Haus bereit, in dem Mutter Cherubine mit einigen Schwestern 20 Jahre lang nur für Arenberg und Immendorf gewirkt hat.

Die Gäste sollen sich im Kloster Arenberg rundum wohl fühlen und ihren Aufenthalt in der klösterlichen Atmosphäre mit vielseitigen Programmen gestalten können.
Kloster Arenberg: Blick über Arenberg

Als Mutter Cherubine 1914 zu Beginn des Ersten Weltkrieges starb, zählte unsere Gemeinschaft 710 Schwestern in 42 Niederlassungen, darunter 14 in Berlin.

Vieles hat sich seit der Zeit von Mutter Cherubine geändert. Wir leben heute in einer säkularisierten Gesellschaft und globalisierten Welt, in der das Gottesbewusstsein schwindet. Die Lebenskrise so vieler Menschen ist zugleich auch eine Gotteskrise.

"Kloster Arenberg" soll ein Ort werden, der die heutigen Menschen anzieht, sie einlädt und damit verbunden ihren Bedürfnissen entgegenkommt.

Die gesundheitsfördernden Angebote möchten vom Stress befreien und den Zeitdruck des Alltags lösen helfen, ein neues Gleichgewicht von Leib und Seele erfahren lassen. Wir wünschen uns dabei, dass es vielen geschenkt werden möge, was der hl. Thomas von Aquin über christliche Ganzheitlichkeit formuliert hat: "Die Gnade baut auf der Natur auf." 

Bei unseren Überlegungen und deren Durchführung ist eine große Gemeinsamkeit mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unabdingbar. Es bedarf dazu eines wechselseitigen Vertrauens. Auf diesem Hintergrund wagen wir diesen Aufbruch - letztlich im Vertrauen auf Gott.

Es ist uns ein großes Anliegen, dass unser "Kloster Arenberg" ein Ort bleibt und immer mehr werde, wo das gottgeschenkte Sein vor allem Haben steht und der Mensch in seiner Ganzheit gesehen und geachtet wird.

Wenn wir heute den ersten Spatenstich setzen, dann setzen wir auf Gott. Unser NEUAUFBRUCH ist verankert in unserem nie alt werdenden Sendungsauftrag: DA zu sein für Gott und den Menschen HEUTE.